Vor 12 Jahren, bei meinem ersten Aufenthalt in Neuseeland, hatte ich als einen der ersten Wanderwege überhaupt hier den Tongariro Northern Circuit gebucht. Das Wetter damals war kein Vergnügen, zumindest mit meiner damaligen Ausrüstung. Wind, Regen, keine Sicht. Ich hatte also noch eine Rechnung offen auf dieser Reise. Das Wetter hier ist so eine Sache, die Berge hier (Ruapehu, Tongariro und Ngaruhoe) erheben sich hoch über die umliegende Landschaft und jede noch so kleine Wolke bleibt an ihnen hängen. Dazu muss man die Hütten entweder Monate im vorraus buchen oder darauf warten, dass jemand abspringt und ein Platz frei wird.


Ich hatte vorgebucht. Alleine, ohne Isabel und den Kleinen, das war mein Weihnachtsgeschenk es nochmal versuchen zu dürfen. Das Wetter für den Sattel (auch Teil des Tongariro Crossings, der angeblich schönste Tagesausflug der Welt mit ca. 120000 Besuchern im Jahr) sollte laut Aussage eines DOC Mitarbeiters "Awsome" werden. Es wurde so Awesome, dass ein Großteil der Leute nach der ersten Hütte aufgegeben haben und sogar ihr Geld zurück bekommen haben. In einer kleinen Gruppe fest entschlossener haben wir (die verbliebenen Wanderer), es trotzdem versucht über den Sattel zu gehen und sogar geschafft. Wind bis 100 km/h, Schnee, Regen und Hagel zum Trotz. Richtig toll wurde aber erst der dritte Tag, klare Sicht, Sonnenschein. Also nochmal zurück auf den Sattel und endlich (im quasi dritten Anlauf) endlich was gesehen.

Erschreckend aber war die Menge an Tagesausflüglern, die sich in die alpine Vulkanlandschaft wagen, nur mit Turnschuhen und kurzen Hosen bewaffnet. Nach Aussage eines Hüttenwarts gibt es pro Woche ein paar Rettungsaktionen für schlecht ausgestattete Tagestouristen.