Mitte Dezember treffen wir uns mit Alice, Phillip und ihren zwei Söhnen in Picton, um für etwas mehr als drei Wochen gemeinsam die Südinsel unsicher zu machen. Nach einem Stopp in Nelson geht es erst mal nach Totaranui an den Strand im Abel Tasman Nationalpark und am Abel Tasman Great Walk gelegen. Der Zeltplatz hat Platz für schlappe 800 Leute. Ein paar Tage verbringen wir hier, bei sonnigem Badewetter, bis sich die Neuankömmlinge akklimatisiert haben. 12 Stunden Zeitverschiebung und vom Winter in den Sommer ist nicht ohne.



Anschließend geht es über ein paar Tage verteilt die Westküste runter. Leider ändert sich das Wetter und wird so schnell nicht besser. Eigentlich haben wir mit einigen Regentagen an der Westküste gerechnet, aber nicht damit, dass wir irgendwann vor unserem eigenen Schatten erschrecken, weil er uns so fremd und ungewohnt geworden ist.


Auch der Franz Josef Gletscher ist zur Enttäuschung geworden. Er hat sich die letzten Jahre so sehr zurück gezogen, dass man erheblich weiter laufen muss als noch vor 8 Jahren, um dann eine traurige Eismasse zu sehen, die oben am Hang klebt, statt den mächtigen Eisfluss der zwischen Farnbäumen im Regenwald fließt.

Da es auf Weihnachten zu geht verbringen wir sehr viele Nächte im Zelt, bezahlbare Unterkünfte sind rar. In Okarito haben wir für die Weihnachtstage eine Unterkunft in einem alten Schulhaus gemietet und verbringen ein sehr geruhsames und verfressenes Fest am Strand an der Westcoast. Ein paar mal werden wir dabei sogar von besagtem Schatten erschreckt. Über den Haast Pass geht es nach Wanaka und Queenstown und kaum überqueren wir den Pass und lassen die Westküste hinter uns, haben wir seit langem endlich mal wieder strahlenden Sonnenschein. Wir genießen die Sonne am See und fahren dann weiter zum Milford Sound. Dort empfängt uns wieder Regen (es hat dort ca. 7- 10 Meter Regen im Jahr). Im Regen machen wir einen Bootcuise durch den Sound und können jede Menge Wasserfälle bewundern, die es ohne den Regen nicht hätte.



Silvester verbringen wir in einer schnuggeligen Cabin im Gunns´ Camp, einem ehemaligen Straßenbau Camp, das heute zu einer der urigsten und sagen wir mal charaktervollsten Unterkunft hier zählen dürfte. Es gibt hier im Nirgendwo sogar ein Feuerwerk zu bewundern. Gemeinsam wandern wir den Key Summit hoch, es regnet nicht mehr und wir haben ganz gute Aussicht. Phillip und ich bekommen noch zwei Tage frei, um das Greenstone Valley runter wandern zu dürfen, bis wir uns wieder in Te Anau mit dem Rest unserer Familien treffen. Zum Abschluss fahren wir noch ein paar Tage in die Catlins, wo es zwar ebenfalls regnet, wir aber wenigstens spektakuläre Wellen, Pinguine, Seehunde/-löwen und Delphine sehen.

Nach tollen und ereignisreichen beinahe vier Wochen gehen wir leider wieder getrennte Wege.