Mit unserem kleinen klapprigen Mietauto wagen wir uns vom Borland Camp, einer Art Motorcamp/Tagungszentrum/Mix auf eine 30 km lange Schotterpiste. Wir wissen nicht, in welchem Zustand die Straße ist und ob wir es überhaupt bis zum Start unserer Wanderung zum Green Lake, im Fiordland National Park schaffen. Offiziell ist das hier nur für Geländewagen, aber in gutem Zustand. Im Schneckentempo, um ja keinen teuren Unterbodenschade zu bekommen, fahren wir entlang und kommen tatsächlich bis kurz vor unserem Startpunkt am Borland Shelter. Das letzte Stück ist uns zu steil und steinig. Das Auto parken wir einfach an der Straße, laufen los, Matthias hat wieder den großen Rucksack, Isabel den Kleinen in der Trage vorne und dieses Mal auch noch einen kleinen Tagesrucksack auf dem Rücken.

Der Weg führt uns durch einen verwunschenen Zauberwald in allen erdenklichen Grüntönen. Weiter geht es durch Grasland, hier ist der Weg nicht so einfach zu finden. Leider fängt es auch noch an zu regnen. Wir kämpfen uns durch das Gras und durch die Schlammlöcher, der Kleine schläft zum Glück. Als es aufhört zu regnen machen wir Mittag. Im Wald geht der Weg weiter, dann sehr steil bergauf, wir schnaufen beide. Über viele Wurzeln und ein bisschen Kletterei geht es wieder runter und vor uns öffnet sich die Sicht auf einen wunderschönen See, roter Steinstrand, grüne Wälder und die Sonne ist auch rausgekommen. Am Ufer entlang geht es noch die letzten Meter zur Hütte. Die Green Lake Hut hat nur einen Raum und 12 “bunks”, einfache Matratzen mit Plastik Überzug in einem doppelstöckigen Bettenlager. Außer uns schlafen hier noch drei junge Backpacker, ein ausgewanderter Brite und ein Pärchen aus Bayern, die letzten beiden Parteien sind von Emil begeistert. Auch am nächsten Morgen noch, obwohl er zweimal in der Nacht (kurz) geweint hat. Wir frühstücken alle drei gemütlich und laufen dann den gleichen Weg bei schönstem Wetter zurück.