Manche Wanderwege sind etwas Besonderes. Annapurna in Nepal, der Inca Trail in Peru, oder eben auch der Milford Track in Fjordland, Neuseeland. Grundsätzlich ist der Weg immer ausgebucht. Aus Spaß habe ich trotzdem ins Buchungssystem geschaut und einen freie Platz gebucht. Schnell noch eine schöne Hütte für Isabel und den Kleinen (Mindestalter ist 10 Jahre und die Strecke übersteigt das, was wir mit Kind machen würden), denn die Chance ist zu gut um sie sausen zu lassen. Schweren Herzens ziehe ich alleine los, mit dem festen Plan nach dem 10. Geburtstag vom Kleinen nochmal her zu kommen.

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Im Wassertaxi von Te Anau Downs zum Start des Wanderweges treffe ich dann sogar eine Familie, die ihren 8-Jährigen Sohn mit nehmen. Nicht schlecht. Der Weg ist sehr restriktiv, man muss in der ersten Hütte schlafen, auch wenn die bereits nach 5 Km kommt. Alles ist komplett ausgebucht, und entgegen meiner Erwartung sind sehr viele Einheimische hier, nicht nur Touristen. Da der Wanderweg nur in einer Richtung begangen werden kann, ist man jeden Abend mit den gleichen Personen in einer Hütte und dank des fehlenden Gegenverkehrs ist man meistens alleine auf dem Weg. Am zweiten Tag hat es noch recht gutes Wetter, aber dann über den Mackinnon Pass wird es feucht und stürmisch. Toll ist es trotzdem, Wasserfälle, Gletscher und triefend nasser, grüner Wald. Nach dem Pass noch einen Abstecher zu den Sutherland Falls, 580 Meter hohe Wasserfälle in insgesamt 3 Stufen. Am nächsten Tag hat es leider auch noch Dauerregen und gar keine Sicht mehr. Ich bin recht froh über meine neue Regenjacke muss ich gestehen. Nach 4 Tagen, 53,5 km, 750 Meter hoch und 900 Meter runter erreiche ich den Sandfly Point. Von dort geht es mit dem Wassertaxi nach Milford. Der Bus von Milford zurück nach Manapouri ist mir etwas zu teuer und so fahre ich per Anhalter, was mit etwas Einsicht in den Brexit verschafft. Ein älteres Ehepaar aus Großbritannien (bald mit Irischen Pässen) nimmt mich mit zurück.