Der Süden

Ab in den wilden Osten

Nach einem Tag in Accra haben wir uns mit TroTros (unglaublich abgerissene
Minibusse) auf den Weg zum Volta See gemacht. Leider war unsere Suche nach
einer Kreuzfahrt auf dem See vergebens (falls man den Begriff "Kreuzfahrt"
verwenden will). Also haben wir spontan die nächste Etappe dran gehängt und
sind nach Hohoe weiter gefahren, ehemals zur Deutschen Kolonie Togo Land
gehörend. Eigentlich nichts besonderes, ich erwähne es auch nur weil wir vorher
noch nie in einer ehemaligen Deutschen Kolonie waren. Gibt ja nicht so viele
davon. Großes Highlight im Osten war definitiv der Wasserfall von Wli, dessen
Höhenangaben zwischen 40 Metern und 2 Kilometern (!) schwanken, je nach dem
wen man fragt. 40 Meter klingt allerdings realistisch...

 

Palmen, Strand und Sonne

Nach zwei stressigen Wochen rumreisen haben wir es endlich geschafft an den
Strand zu kommen. Zwischen zwei Fischerdörfern jenseits dessen, was die Handy-
verliebten Ghanaer als zivilisiert bezeichnen. Wir haben eine Lehmhütte direkt am
Strand, Solarzelle auf dem Dach, kein Internet, sehr leckeres Essen (frisch
gefangener Fisch) und die Kokosnüsse fallen einem in den Schoß. Manchmal meint
es das Leben doch nicht so schlecht mit einem...

Sklavenforts

irekt vom Strand geht’s weiter mit einem netten Taxi (340 000 Kilometer auf dem
Buckel, aber dafür DVD Spieler statt einem Rückspiegel) und diversen TroTros
zum letzten Teil unserer Reise, den Sklavenforts entlang der Küste. An Ghanas
Küste reihen sich alte Handelsposten und Forts aneinander die im
transatlantischen Sklavenhandel eine große Rolle gespielt haben und ein recht
trauriges Bild unserer Geschichte zeichnen wenn man gewillt ist hinzuschauen.
Deswegen wurden sie auch zum UNESCO Welterbe erklärt. Besonders Cape
Coast Castle
und das Fort in Elmina lohnen sich. In den beiden Städten selbst
gibt es wunderschöne, unglaublich bunte Fischerhäfen.


 

Ein Mausoleum und wieder mal Schauergotik in Beton

Diesmal haben wir uns in Accra noch ein bisschen umgeschaut, vor dem
Heimflug. Das Mausoleum von Kwame Nkrumah, dem Vater Ghanas mit
zugehörigem Museum war recht interessant, aber etwas arg einseitig was die
Geschichte und Darstellung angeht. Dem Triumphbogen am Independence
Square mit dem Grab des unbekannten Soldaten sieht man an, dass sie in einer
Phase gebaut wurden, als sich Ghana noch in Richtung Ostblock orientiert hat.
Nach vier äußerst interessanten und spannenden Wochen geht’s wieder heim, zu
warmem Wasser, Luftfeuchtigkeit unter 200% und endlich wieder Maultaschen
statt Hühnchen.